Deutsche Nischenbiere – Eine Entdeckungsreise

Die britische Craftbeer-Szene ist für ihre Vielfalt bekannt, doch auch die deutsche Bierszene hat so einiges zu bieten. Deutsche Bierbrauer haben den Anspruch, das Reinheitsgebot einzuhalten und werden kreativ, um die deutsche Bierszene abwechslungsreich zu gestalten. In diesem Beitrag stellen wir Dir vier Deutsche Nischenbiere vor, die Du unbedingt probieren solltest. Sowohl im Glas als auch im Gärbehälter.

Steinbier – Mit Steinen verfeinert

Zugegeben: Unsere erste Empfehlung stammt aus Österreich, breitet sich jedoch auch im süddeutschen Raum aus. Das heutige Steinbier geht auf die historische Art des Würzekochens zurück. Als keramische oder metallene Behälter noch nicht erfunden waren, nutzten die Menschen Steine. Sie erhitzten die Maische mithilfe von heißen Steinen in der Flüssigkeit und verzichteten anschließend auf das Würzekochen. Maischen und Kochen fanden in einem Arbeitsgang statt. Heutiges Steinbier wird separat gemaischt und gekocht. Das Kochen mit heißen Steinen hat sich in ein anderes Verfahren gewandelt, das an das Bierstacheln erinnert. Dabei werden glühende Steine in der Bierwürze versenkt. Der Restzucker karamellisiert und gibt dem Bier eine besondere Geschmacksnote nach Rauch und Karamell.
Steinbier wurde ursprünglich wohl aus Hafer gebraut, aber Du kannst es mit jedem beliebigen Bier versuchen. Je höher der Restzucker in der Würze, desto intensiver ist der Steingeschmack.

Zwickel oder Kellerbier – Trübheit mit Frische

Auch das Kellerbier oder Zwickel ist kein eigener Bierstil, sondern zeichnet sich vor allem durch seine Besonderheit in der Herstellung und sein Aussehen aus. Wahrscheinlich stammt es ursprünglich aus Franken. Meist handelt es sich um ein untergäriges Bier, das bei kühlen Temperaturen im Keller gelagert wird. Es kann aber auch obergärig sein und auch ob es dunkel oder hell ist, steht nicht fest. Jedes Zwickel hat eine ganz bestimmte Eigenschaft: Es ist trüb. Zudem kommt es meist frisch aus dem Gärkeller und wird nicht pasteurisiert.
Das Zwickel wird also schon getrunken, wenn es fast noch in der Nachgärung steckt. Daher kommt auch sein Name, denn ein Zwickel beschrieb ursprünglich das abgezwackte Bier, das der Brauer im Verlauf der Gärung probiert.
Ein Kellerbier ist gemeinhin vollmundig und würzig. Es wird nicht filtriert und beinhaltet deshalb Schwebstoffe von Hopfen, Hefe und Malzeiweiß. Unabhängig des Bierstils werden Kellerbiere oft als „süffig“ beschrieben. Das kommt unter anderem auch von seinem geringen Kohlensäuregehalt, denn ein Kellerbier wird oft nicht gespundet. Das CO2 entweicht einfach über ein Loch im Gärbottich.

Bitterbier – Das besondere Geschmackserlebnis

Das Bitterbier ist kaum noch bekannt. Zu Unrecht, denn es bringt eine besondere Bittere mit sich, die erfrischend abwechslungsreich anmutet. Möglicherweise war das Bitterbier ursprünglich ein Versuch, sich in die Reihe des Kölsch und des Altbieres einzugliedern, denn das Bitterbier stammt ebenfalls aus dem Rheinland, genauer gesagt aus Dortmund. Der Erfolg war nicht nachhaltig, doch immer mehr Hobbybrauer entdecken diese Geschmacksvariante für sich, dass das Bitterbier neu auflebt. Der eigenwillige Geschmack entsteht durch eine hohe Hopfenkonzentration. Bierliebhaber, die diesen Bierstil mögen, haben eine Gemeinsamkeit, die zusammenschweißt und sie von den Fans der kommerziell milden Biere abhebt. Deshalb haben viele Hobbybrauer eigene Rezepte entwickelt, die durch eine schnelle Suche leicht zu finden sind. Möchtest Du ein Bitterbier nach dem Reinheitsgebot brauen, wähle ein hopfenbetontes, obergäriges Bier und arbeite mit der Methode des Hopfenstopfens, um die Hopfenkonzentration zu erhalten. Ein Rezept für das vergleichbare Bitterbier im Craftbierstil findest Du hier.

Rauchbier – Rauch und Feuer vom Fass

Das Rauchbier ist eine dunkle Variante des deutschen Lagerbiers. Es ist mir dem Märzenbier vergleichbar. Es schmeckt nach bitterem Hopfen, fruchtigem Malz und – das macht es so besonders – nach Rauch. Die Rauchnote erinnert an geräucherten Schinken. Das Malz macht diese Note. Es wird über der offenen Flamme von Holz gedarrt. Dieses Rauchmalz gibt den Geschmack des aufsteigenden Rauches an das Bier weiter.
Dieser Geschmack gibt dem Bierliebhaber eine Idee, wie Bier früher schmeckte. Denn früher wurde das Malz fast ausschließlich über offenem Feuer gedarrt. Das Darren durch heiße Luft und damit helles Malz ist eine neuere Entwicklung. Auch das moderne Rauchbier und damit die Wiederbelebung alter Darrmethoden stammt aus Franken. Ein Rezept für Dein eigenes Rauchbier findest Du hier.

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